Vielleicht...

Ich weiß nicht, wo mein Fehler liegt. Vielleicht bin ich ja zu nett und garnicht so arschig, wie ich bisher immer dachte. Vielleicht sollte ich in Zukunft härter durchgreifen und immer mal wieder meine dunkle Seite hervorblitzen lassen. Immerhin gibts da Kekse.

Vielleicht sollte ich nicht mehr so offen sein. Mich lieber geheimnisvoll geben und nicht so viel über mich erzählen. Weil es mir nichts ausmacht, wenn Menschen, die ich mag, mehr über mich erfahren. Ich meine, so baut man doch Freundschaften auf, oder? Man erzählt sich gegenseitig Dinge aus seinem Leben, die einen bewegen oder interessieren. Man baut eine gemeinsame Basis auf. Man trifft sich und verbringt eine schöne Zeit miteinander.

Und vor allem macht man nicht miteinander rum! Man entwickelt auch keine tieferen Gefühle! Man bildet sich nichts drauf ein, wenn der Gegenüber nett zu einem ist! Wenn er (oder eher sie) mehr Zeit mit einem verbringen möchte, wenn man sich zum Serien schauen verabredet, nur weil beide die Serie gern mögen und alleine schauen langweilig ist.

Ich war immer ein Vertreter von gemischten Freundschaften. Männer und Frauen können befreundet sein. Nun, irgendwie scheine ich mich da, wie in so vielen Dingen, schlicht und einfach getäuscht zu haben. Solche Freundschaften funktionieren nur, wenn man sich nie sieht, was im Zeitalter des Web 2.0 in der heutigen Gesellschaft ein Leichtes ist. Oder wenn man sich gegenseitig unattraktiv findet, sei es jetzt vom Aussehen her, oder weil man doch gewisse charakterliche Unterschiede hat. Wobei letzteres auch kein wirkliches Ausschlusskriterium ist. Wenn sich erstmal Gefühle entwickelt haben, die über die normalen freundschaftlichen Gefühle hinaus gehen, empfindet man gewisse negative Charaktereigenschaften auch als nicht mehr ganz so negativ. Dann werden sie vielleicht sogar ganz nett oder süß.

Meine Erfahrungen mit gemischten Freundschaften sind ernüchternd. Selbst wenn man sich schon mehrere Jahre kennt, selbst wenn man sich gegenseitig geschworen hat, dass nichts laufen wird, schützt einen das nicht vor den eigenen Gefühlen - oder noch schlimmer: denen des anderen.

Was also genau entscheidet darüber, ob man nun befreundet sein kann oder ob die eigenen Hormone einen wirklich glauben lassen, dass der andere doch "ganz nett" ist oder sogar noch mehr?

So long.

19.5.10 11:02

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


fairy251 / Website (19.5.10 11:24)
ich finde die freundschaft zu männer reiner und konkurrenzloser,wenn da natürlich ein reiz dazu kommt wird es kompliziert und man muss nachdenken was man möchte...bisher waren diese männlichen freundschaften aber länger anhaltend und ehrlicher.wir hatten mehr fun und ich konnte mehr ich sein...


Cotty (19.5.10 13:28)
Ich sage nur "Maiglöckcheneffekt" (siehe hier: http://www.laborundmore.de/news/515198/Duftforschung-Spermien-moegen-Maigloeckchen.html ) Männer sind halt einfach Hormongesteuert... bei Frauen würde ich sonst sagen besteht die Gefahr das erste halbe Jahr oder so, in dem man sich kennt, danach sind die Fronten geklärt, bei Männern ist das halt oft anders...

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