Reizwäsche und Mathebücher

Ist es pure Nettigkeit, wenn man jemandem hilft, oder steckt mehr dahinter? Hilft man jemandem nur deshalb, weil man sich unbewusst etwas erhofft, obwohl man sich bewusst im Klaren darüber ist, dass es weder sinnvoll noch erstrebenswert ist? Führt uns unser Körper nur an der Nase lang? Oder können wir willentlich Dinge auch wirklich beeinflussen?

Aus biologischer Sicht muss ich sagen: der Mensch ist ein Tier und folgt seinen Instinkten. Er besitzt zwar so etwas wie einen freien Willen, doch er kann sich nicht immer danach richten. Mal ganz abgesehen davon, wer sagt dem freien Willen denn, wonach er sich richten soll? Immerhin muss der Mensch ja auch irgendwelche Anhaltspunkte haben, was er wollen will.

Ist es beispielweise schlecht, wenn man andere Schwerpunkte in seinem Leben gesetzt hat bzw. diese anstrebt, als Frau/Mann, Haus, Kinder - und auch noch dazu steht? Im Grunde ist der Mensch nunmal kein monogames Lebewesen. Die Männchen wollen ihre Gene verbreiten. Und die Weibchen genießen ebenfalls die Aufmerksamkeit vieler. So wundert es nicht, dass manche Frauen im entscheidenden Moment zwischen zwei Männertypen wanken - nämlich dem Be-Sorger und dem Ver-Sorger. Der Be-Sorger ist nur für das Eine da und tut das in den meisten Fällen auch zur vollsten Zufriedenheit (ups, ja, es gibt Frauen, die nur auf Sex aus sind), er sorgt also dafür, dass die Frau ausgeglichen und glücklich ist. Und der Ver-Sorger kümmert sich dann um den Rest, nämlich das klassische Familienbild sowie das Geld. Ich finde diese Vorstellung durchaus erstrebenswert und nicht verwerflich. In diesem Fall wehrt sich mein freier Wille nicht gegen meine Instinkte.

Aus anderer Sicht werde ich vermutlich gedanklich schon gesteinigt für meine Sünden. Nun, ist nur die Frage, wer glücklicher ist? Derjenige, der versucht, sein eigentliches Sein zu unterdrücken und sich der Gesellschaft zu fügen, indem er sich den Normen anpasst, die von ihm erwartet werden, um bloß nicht anzuecken oder negativ aufzufallen. Oder derjenige, der sich seiner eigentlichen Bestimmung hingibt, ohne sich von anderen Meinungen irritieren zu lassen. Ich denke, es kommt darauf an, wie gut sich manche Menschen etwas selbst vormachen können. Wer weiß, vielleicht mache sogar ich selbst mir etwas vor und in Wirklichkeit ist es doch das höchste Glück, mit einem Mann, drei Kindern und zwei Hunden in einem Eigenheim alt zu werden. Same shit, different day. Irgendwie scheue ich mich davor, dieser Möglichkeit einen Platz in meinem Leben einzuräumen.

Ich kann für mich auf jeden Fall behaupten, dass ich aktuell glücklich bin mit dem, was ich habe und es auch nicht bereue, dass es so weit gekommen ist. Und ich stehe dazu. Sollen die anderen denken, was sie wollen.

So long.

17.6.10 22:38

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


fairy251 (18.6.10 11:59)
sehe ich genauso,es ist mein leben und mein gewissen und beides hab ich nur einmal...yes i do it


mathe gelernter (21.6.10 15:57)
Also das mit der Reizwäsche ist doch ein super Einfall. Das macht nicht jede Frau...

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